KategorieSyndicate

Satellite Reign will Syndicate Wars erneuern

S

Satellite Reign startet heute auf Kickstarter. Unter dem Namen 5lives Studios wollen einige renommierte Gamedesigner, darunter auch Bullfrog-Veteran Mike Diskett, das Spielprinzip und das Flair von Syndicate Wars zurückbringen. Satellite Reign ist ein klassenbasiertes Echtzeit-Strategie-Spiel. Agenten, die jeweils mit unterschiedlichen und einzigartigen Fähigkeiten ausgestattet sind, kämpfen um die Kontrolle einer mit simuliertem Leben erfüllten Cyberpunk-Stadt. Das Spiel soll sich ständig verändern und erweitern, abhängig von den Handlungen und Entscheidungen. Dazu soll Satellite Reign dem Spieler die Werkzeuge und die Freiheit geben, zu spielen, wie er möchte. Das, so die Entwickler, ermöglicht Strategien zu verfolgen und Szenarien zu erschaffen, mit denen nicht einmal die Designer selbst rechnen können. Es sei möglich, Feinde mit roher Gewalt frontal zu bekämpfen oder sich in ihre Einrichtungen zu hacken, ihre Infrastruktur zu manipulieren, ohne es sie jemals wissen zu lassen. Nackte Gewalt, Verdeckte Operationen oder Propaganda können die Bürger der Stadt beeinflussen und die Obrigkeit schwächen. Satellite Reign erscheint im Winter 2014/2015 für Windows, Mac OS und Linux.

Konsequenzen und Entscheidungen

Die Zukunft: Regierungen der Welt haben gegenüber den Konzernen an Bedeutung und Einfluss verloren. Satellite Reign liefert eine bewährte Kulisse für den Endkampf zwischen den Syndikaten. Die Gesellschaft wird nach den Vorstellungen der neuen Obrigkeit geordnet. Die Armen leben in den Tiefen der Stadt, die Reichen residieren auf den oberen Rängen im Luxus. Die Mittelschicht gibt sich dem Konsum hin und ist in der Masse zu träge um ernsthaft gegen diese Entwicklungen aufzubegehren. Privatisierte Polizei patrouilliert die Straßen, um den Status quo zu erhalten, unter dem Vorwand der öffentlichen Ordnung zu dienen. Doch aus dem Untergrund tritt eine rätselhafte Organisation in Erscheinung, die einen Wandel anstrebt. Diese Organisation verfolgt unerbittlich das Ziel, den Einfluss der Konzerne in der Stadt zurückzudrängen. Aber was sind die Ziele dieser Organisation? Will sie die Massen aus dem Würgegriff der Konzerne zu befreien oder wird sie die Kontrolle für letztlich sich selbst reklamieren? Das entscheidet der Spieler! Charakter-Klassen geben vollständige Kontrolle darüber, wie eine Situation gelöst wird. Verschiedene Klassen mit verschiedenen Kombinationen von Erweiterungen, Ausrüstung und Waffen gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Team und Ihre Erfahrung zu personalisieren.

Verhaltenssensitive Spielwelt und NPCs

Die Stadt funktioniert wie eine Stadt, die Straßen sind tagsüber voll mit Menschen und den Akteuren krimineller Organisationen in der Nacht. Stromnetze versorgen tatsächlich die Stadt. Informationen und Finanzen fließen von einem Stadtteil zum anderen, und all diese Dinge lassen sich innerhalb des Spiel nutzen. Zivilisten, Polizisten und Soldaten sollen auf das Verhalten des Spielers eindeutig reagieren. Funktionierende Stromleitungen, Kommunikationsnetze und Sicherheitssysteme können manipuliert oder zerstört werden. Die Stadt ist riesig und man kann sich frei darin bewegen und Missionsziele annehmen. Einsätze werden demnach nicht in vorgegebenen Reihenfolgen wie an Perlenschnüren abgefrühstückt. Man soll Wissenschaftler bestechen können, um seine Technologien voranzutreiben und mit Hilfe entführter Ärzte die Zahl und Ausstattung der Agenten zu erhöhen. Geld kann von den Banken gestohlen werden, um den Krieg gegen die Konzerne zu finanzieren. Überzeugend: Im Spiel wird es auch neuronale Implantate geben, über die mit entsprechender Ausrüstung der Wille des Trägers beeinflusst werden kann.

5lives zeigt möglichen Syndicate Wars Klon

5

Ein früherer Mitarbeiter von Bullfrog arbeitet an Satellite Reign. Ein Countdown auf der Seite von 5lives Studios deutet auf eine offizielle Vorstellung im Juni hin, in genau 35 Tagen. Das Studio ist bislang nicht in Erscheinung getreten, dahinter steht nach Aussage von 5lives jedoch unter anderem der frühere Syndicate Co-Entwickler Mike Diskett. Was sagt der Teaser? Im Jahr 1996 entstand bei Bullfrog ein wegweisendes Meisterwerk. Im Jahr 2013 wird 5lives mit Hilfe einer Kickstarterkampagne an diesen großen Wurf anknüpfen und das Genre neu definieren. Ob nach dem gescheiterten Syndicate Spin-Off im FPS-Genre nun die Fans des klassischen Syndicate Gameplays am Zug sind, zeigt sich dann im Juni. Der Name Satellite Reign ist in diesem Zusammenhang übrigens ein Wortspiel, der Satellitenregen aus Syndicate Wars (Satellite Rain) wurde erst kürzlich hier ausführlich vorgestellt. Syndicate Wars wiederrum erschien 1996 und das Bild- und Tonmaterial im Teaser erzeugt ein dem Titel erkennbar verwandtes Flair. Dank geht an Demute Natsumi für den Tipp! Hier der erfrischend ambitionierte Teaser:

Wer ist Agent Wu aus Syndicate Wars

W

Gibt es im Syndicate FPS von 2012 ein Easter Egg, das aus einer überraschenden Begegnung mit dem legendären Agenten Wu aus Syndicate Wars besteht? Das wäre in der Tat ein Ding. Wer ist Agent Wu? In einem späten Stadium der Eurocorp Kampagne in Syndicate Wars entsendet die Künstliche Intelligenz London (London Artificial Intelligence) den Spieler nach Johannesburg. Dort soll er die Kontrolle über den pensionierten Agenten Wu übernehmen, der dank antiqierter Ausstattung den Zusammenbruch des Utopia-Systems überstanden hat und autonom operieren kann. Wus Cyberhirn verfügt über außergewöhnliche Ressourcen, von deren Aneignung sich die KI London einen taktischen Vorteil erwartet. Die KI London und Wu haben vereinbart, dass er ihr für einen letzten Einsatz Zugriff auf seine mentale Ebene gewährt. Im Gegenzug wird sein Bewusstsein mit der KI verschmolzen und er kann einen Zustand fast völliger Unendlichkeit erlangen. Agent Wu ist ein einzigartiger Charakter im Spiel, der sich durch einmalige Merkmale von den standardisierten Figuren unterscheidet. Er trägt einen Poncho und einen Hut. In Syndicate Wars existiert in sofern ein Easter Egg, dass Agent Wu von mir persönlich während einer Mission in New York als NPC gesehen wurde.

Eingang des Geistes in ein großes Netzwerk

Der Syndicate First Person Shooter spielt wiederrum in New York. Na klingelts? Aber gut. Mir ist eine solche unerwartete Begegnung mit Agent Wu im jüngsten Syndicate nicht aufgefallen. Das Titelbild zeigt lediglich eine Montage. Das Ausgangsmaterial besteht aus einem Artwork der Firma NeoCore Games für deren Van Helsing RPG. Der Hintergrund gehört Electronic Arts und stammt aus Syndicate. Während der Durchsicht der Gesamtausgabe von Ghost in the Shell kam mir allerdings die Geschichte von Agent Wu in den Sinn. Denn auch dort wird mehrfach der Eingang des Geistes in ein großes Netzwerk beschrieben. Und in den nächsten Wochen liefere ich voraussichtlich ein oder zwei Beiträge zu Ghost in the Shell. Übrigens findet sich auf der unoffiziellen Seite eine Bemerkung, Wu sei bereits im ursprünglichen Syndicate in Erscheinung getreten. Das kann ich aber von hier aus derzeit nicht bestätigen.

Exkurs: Orbitaler Masseangriff / Orbitaler Schlag

E

In GI Joe: Retaliation verblüfft der Cobra Commander die Welt mit einem radikalen Beitrag zur weltweiten nuklearen Abrüstung. Das ausführlichere Review zum Film. Er zwingt kurzerhand alle Atommächte, einschließlich Nordkorea, deren Atomwaffen unwirksam zu machen und trickst dazu sämtliche Abordnungen gleich zweimal aus. Er macht sogar eine recht gute Figur dabei, wenn er die postnukleare Ära mit der Verwüstung des ehrwürdigen Londons durch einen orbitalen Masseangriff einläutet. Hierbei kommt in GI Joe: Retaliation das Zeus Waffensystem zum Einsatz. Ein Verbund aus orbitalen Plattformen, die aus Containern bzw. Startmodulen Tungsten Stäbe abfeuern. In den meisten Fällen sieht das Konzept dieser Waffe den Abschuss von Stäben aus hochdichten Metalllegierungen vor, die beim Einschlag eine verheerende kinetische Energie entfalten. Der Satellitenregen (Satellite Rain) in Syndicate Wars setzt ebenfalls auf dieses Prinzip, sieht aber vor, dass die Stäbe durch die Eintrittshitze kontrolliert verdampfen und das Ziel durch einen glühend heißen Plasmaniederschlag vernichtet wird.

Als konventionelle Waffe klassifiziert

Dieses System geht zurück auf ein Konzept, das der amerikanische Wissenschaftler und Autor Jerry Pournelle in den 50er Jahren als Project Thor entworfen hat. Dieses System beruht auf folgender Idee: Ein Stab aus hochdichtem Material wie Wolfram bzw. Tungsten- das sind scheinbar zwei Begriffe für ein und das selbe Material- entwickelt beim Rücksturz zur Erde mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 10 eine so gewaltige Einschlagwirkung wie die Detonation mehrerer Tonnen Sprengstoff. Project Thor ist als konventionelle Waffe klassifiziert und wäre daher nicht von den derzeit gültigen internationalen Sperrverträgen betroffen, die die internationale zivile und militärische Nutzung des Weltraums regulieren. Der Satellitenregen aus Syndicate Wars fällt in die Kategorie der Nuklearwaffen, da hier ein Abschuss von Tungsten-Uran Legierung beschrieben wird.

Gegner kann kaum Abwehrmaßnahmen einleiten

Das System wäre nach heutigen Maßstäben sehr aufwändig zu betreiben, da bereits der reine Betrieb und die regelmäßige Wartung von Satelliten sehr teuer sind. Auch der Transport schwerer Lasten ins All ist teuer, was jeden  Abschuss zu einer strategischen Angelegenheit machen würde. Der Einsatz ist nur in Lagen sinnvoll, wo das orbitale System einen deutlichen taktischen Vorteil bietet gegenüber dem Einsatz herkömmlicher ballistischer Mittel wie Raketen oder Artilleriefeuer. Sinnvoll ist ein orbitaler Schlag außerdem in erster Linie gegen statische Ziele. Die Vorzüge eines orbitalen Schlags sind folgende: Gegen einen Satellitenangriff kann ein Gegner kaum Abwehrmaßnahmen einleiten. Die Annäherungsgeschwindigkeit des Geschosses ist extrem hoch, das Radarecho des Stabes sehr niedrig. Auch die hitzebedingte Startsignatur, mit der Raketenstarts auf der Erde erfasst werden können, lässt sich im Orbit schwer ausmachen, zumal der Angriff von einer unbestimmten Position aus erfolgt. Ein Nachteil ist, dass Leitsysteme im Orbit den Stab nach dem Abschuss optisch nur eingeschränkt verfolgen können. Die Hitzeentwicklung beim Eintritt in die Atmosphäre und der entstehende Plasmaschweif machen den Satelliten zeitweise blind. Außerdem besteht das Risiko, dass die Geschosse zerschmelzen- ein Effekt, der beim Satellitenregen System in Syndicate Wars bereits einkalkuliert ist.

Digitale Sklaverei: Was bringt die Zukunft Böses?

D

Der Begriff Digitale Sklaverei beschreibt die wachsende Abhängigkeit von moderner Kommmunikationstechnologie. Es ist in vielen Fällen der ökonomische Wettbewerbsdruck, der Menschen dazu treibt sich auch außerhalb der Geschäftszeiten an den Datenstrom anzuschließen. Mittlerweile sind Medien und Soziale Netze für viele natürlich auch aus dem privaten Alltag nicht mehr wegzudenken, doch bleibt man durch die ständige digitale Vernetzung auch für Kollegen, Vorgesetzte und Geschäftspartner ununterbrochen verfügbar. Über diesen ungesunden Trend hat Jens Meyer-Wellmann kürzlich einen lesenswerten Beitrag veröffentlicht. Wobei man zwischen zwei Varianten der Digitalen Sklaverei unterscheiden muss. Erstens der Versklavung, in die sich Menschen gegenüber ihren Unternehmen und gegenüber der Technologie selbst begeben. Und zweitens der Sklaverei, in die Kunden geraten können, wenn die Unternehmen- insbesondere aus der Finanz- und der Unterhaltungsbranche- ihre Geschäftspraktiken so weiterentwickeln, wie es sich im Moment abzeichnet. In der Science-Fiction ist die Beschäftigung mit diesem Thema nichts Neues.

Syndicate ist prototypisch für die Vollendung dieses Prozesses

Eine selektive Ausblendung zahlreicher differenzierender Aspekte und eine stilistische Überzeichnung einzelner negativer Aspekte sind für dystopische Erzählungen charakteristisch. Es handelt sich dabei um die Beschreibung von Lebensumständen, die man für nicht erstrebenswert hält. Syndicate ist so eine dystopische Erzählung. Darin kommt ja unter anderem die diffuse Sorge zum Ausdruck, digitale Technologien würden in Gestalt des Chips- möglicherweise über den Umweg der Arbeits- und Lebenserleichterung und der Komfortsteigerung (siehe Link weiter unten)- in einer Weise das Bewusstsein und die Wahrnehmung manipulieren, die vor allem der Obrigkeit nützlich ist. Es ist die Befürchtung, dass die Technologie dem Menschen die Kontrolle über sein Leben entzieht, ihn zu einer abhängigen Drone macht und damit für die Obrigkeit berechenbar, transparent und ersetzbar. Das Bild der teilnahmslosen Passanten in der Spielwelt von Syndicate ist prototypisch für die Vollendung dieses Prozesses und damit ein Bildnis der digitalen Sklaverei. Der Agent setzt diesem Szenario noch die Krone auf. In technologischer Hinsicht spitze, sind diese armseligen Cyborgs, die sich ferngesteuert bewegen und auf Knopfdruck den Arsch wegballern lassen, doch so ziemlich das gehirnamputierteste was es gibt.

Syndicate überträgt dieses Prinzip vollständig in die physische Welt

Das FPS Syndicate Spin-Off im letzten Jahr thematisierte ebenfalls die Digitale Versklavung. Definitiv etwas subtiler und getrimmt auf die Ängste der heutigen Zeit vor Big-Data, Social-Media, Crowd-Sourcing, Always-On, DRM und vor personalisierter Werbung. Betreiber digitaler Plattformen (Apple, Facebook, Google, Microsoft, Sony etc) schließen ihre Kunden heute ein in digitale Gärten mit hohen Mauern, das Prinzip des “Walled Gardens”. In diesen Gärten befindet sich ein vollständiges wirtschaftliches Ökosystem, nach außen sind die Systeme und die Nutzer weitgehend isoliert. Systemübergreifende Anwendungen wie WhatsApp oder Facebook durchbrechen diese Barriere, sammeln ihrerseits jedoch ebenfalls Nutzerdaten. Die Zukunft dieses Marktes, der zukünftige Profit, liegt längst in den digitalen Ökosystemen. Die Hardware, über die der Zugang erfolgt, spielt eine nachrangige Rolle. Syndicate überträgt dieses Prinzip vollständig in die physische Welt, so siedeln die Syndikate ihre Bürger in geschlossenen Stadtgebieten an. Mit dem Kaufvertrag oder dem Abschluss des Lebenszeit-Abonnements erhält man die Staatsbürgerschaft von Aspari oder Eurocorp gleich dazu. Wer heute Applenutzer ist, eine umfangreiche iTunes Playlist angelegt hat und seine Infrastruktur an die Apple-Cloud gekoppelt hat, wird sich einen Wechsel zu Windowsphone schon aus monetären Gründen gut überlegen. Der Kunde befindet sich nicht in physischer Geiselhaft, aber der Anbieter hängt die Hürden für einen Ausstieg hoch, droht mit der Entwertung getätigter Investitionen. In Syndicate käme eine Kündigung des Vertrags dem Verlust des gesamten Lebensumfelds und aller sozialer Kontake gleich. Kündigen? Preise vergleichen? Sich mal nach ‘nem neuen Anbieter umschauen? Vielleicht wenn die Kredite abbezahlt sind und die Kinder auf eigenen Beinen stehen. Aber dann ist man doch schon zu alt um nochmal ganz neu anzufangen. Vorsorglich wurde das Kündigungsrecht in Syndicate komplett abgeschafft.

Per Chipimplantat die Leistungsfähigkeit steigern? Warum nicht!

Jens Meyer-Wellmann schreibt, “Wer arbeitet, und sei es auch unter Mühsal, ist zufriedener mit sich und der Welt – und er ist meist auch gesünder.” “Business is War” ist das Motto in Syndicate. Und gilt das nicht auch für den Wettbewerb innerhalb von Unternehmen? Wie kann man den Kollegen übertrumpfen, mehr Überstunden leisten und trotzdem vitaler dabei aussehen? Ein Aspekt, der wie in diesem Film illustriert, auch die Macher von Syndicate umtrieb. Per Chipimplantat die Leistungsfähigkeit steigern? Warum nicht! Dirck Süß, Chefvolkswirt der Hamburger Handelskammer sagt: “Die menschliche Verarbeitungskapazität ist an ihre Grenzen gekommen. Immer mehr Menschen brechen unter dieser Last zusammen.” Mithilfe von Netbooks, Smartphones, mobilem Internet und Datenwolke kann der moderne Büroarbeiter heute an jedem Ort und zu jeder Zeit ans Werk gehen, schreibt Meyer-Wellmann. Selbst bei ausschließlich vom Datenfluss lebenden Unternehmen wie Google hätten Mitarbeiter den “Information-Overload” oder ständige Mehrfachbelastungen durch Multitasking als ein Problem angegeben. Eine Ermahnung von Meyer-Wellmann steht am Schluss: “Nach der echten Sklaverei geriet der Mensch in die Lohnsklaverei der frühen Industrialisierung. Und in unserer Zeit ist er dabei, sich selbst zum Digitalsklaven zu machen. Die Arbeitswelt verändert sich so radikal und schnell wie nie zuvor. Und wieder scheint der Mensch dabei das Augenmaß zu verlieren.”

Syndicate und Syndicate Wars auf gog.com

S

Seit Heute sind beide Teile der legendären Taktikshooter-Reihe aus dem Hause Bullfrog auf gog.com erhältlich. Nachdem Syndicate bereits seit Anfang 2012 dort erhältlich ist, zieht die Plattform jetzt nach und komplettiert die Reihe mit Syndicate Wars. Besten Dank an Sebastian für den Tipp! Auffällig erscheint mir, dass es sich bei Syndicate Wars um eine modifizierte Variante des ursprünglichen Spiels handeln könnte. Einer der Screenshots zeigt in der Kühlkammer mehrere Agenten, deren Name in der ursprünglichen Version- soweit mir bekannt- nicht vorkam. Falls da jemand andere Erinnerungen hat, bitte hier kommentieren oder im Forum eintauschen. Wer die Titel noch nicht gespielt hat, hat jetzt natürlich keine Ausrede mehr. Für neue Maschinen, sowohl mit Windows als auch für den Mac, sind beide Titel erhältlich. Zum runterladen und losspielen klickt direkt auf untenstehende Banner. Die Banner findet ihr ansonsten auch jederzeit ganz bequem in unserem Shop wieder.

Neuer Sci-Fi Co-op Shooter der Syndicate-Macher

N

*Update* Der Titel Storm wurde bereits im Sommer 2011 als Projekt bei Overkill Software gelistet. Zum Inhalt des Projekts ist seit dem scheinbar jedoch nichts kommuniziert worden. Klar ist damit aber, dass es sich nicht um eine genuine Starbreeze-Entwicklung handelt. Einige unserer Gedanken und Vermutungen wären damit hinfällig oder zumindest relativiert.
*Ursprüngliche Nachricht* 18. Januar 2013 – Der neue Sci-Fi Co-op Shooter von Starbreeze heißt Storm. Seit dem letztem Jahr arbeitet Starbreeze Studios (Syndicate, The Darkness) unter anderem an diesem bis dato als Cold Mercury bekannten Projekt. Dieses wurde im März 2012 zunächst als möglicher Free-to-Play Titel ins Gespräch gebracht, allerdings hatte sich Starbreeze bereits im Sommer von diesen Plänen verabschiedet, CEO Mikael Nermark sich offen gegen dieses Vermarktungsmodell ausgesprochen. Starbreeze hat sich bei Syndicate rückblickend betrachtet vor allem im Bereich der Co-op Kampagne Sporen verdient. Außerdem war die Akquise von Overkill Software und deren populärem Co-op Titel Payday: The Heist ein strategischer Schritt um Kompetenzen in diesem Bereich zu bündeln. Jetzt sind mit Payday 2 und Storm parallel zwei FPS Co-op Shooter in der Mache.

Wie viel Syndicate steckt in Storm?

Unter Spielern erfreut sich der Co-op Modus von Syndicate relativ großer Beliebtheit. Abwechslungsreiche Maps, forderndes Co-op Gameplay, zähe Gegner und satter Baller-Sound tragen ihren Teil dazu bei. Seit dem Realease von Syndicate im Februar 2012 leidet der Titel jedoch an einem eklatanten Mangel an Support. Publisher und Entwickler konnten oder wollten keine weitergehenden Lösungen anbieten, mit dem Realease war das Thema erledigt. So ist der Titel bis heute spielbar, krankt aber immernoch an gewissen Schwächen beim Match-Making und bei der Verbindungsstabilität der Server, die zu patchen niemand bereit ist. Die Forderungen nach Patches und DLC für Syndicate blieben unbeantwortet. Liefert Starbreeze nun mit Storm einen Titel, in den die DNA des Syndicate Co-op Gameplays und der Enthusiasmus der Entwickler für dieses Co-op Gameplay einfließen? Wie viel vom Syndicate-Spirit steckt in Storm?

An Storm sind laut früherer Berichte Ulf Andersson als Creative Director bei Starbreeze und David Goldfarb als Game Director beteiligt. Goldfarb war auch Lead Designer von Battlefield: Bad Company 2 und der Singleplayer-Kampagne von Battlefield 3. Weitergehende Informationen zu Storm liefert Starbreeze auf der neu gestalteten Webseite.

Syndicate-Autor Richard Morgan im Interview

S

Die Kollegen von Eurogamer haben mit dem Syndicate-Chef-Autor Richard Morgan gesprochen. Er ist für Science-Fiction-Fans kein Unbekannter. Der Brite, Jahrgang ’65, hat den Übergang vom Cyberpunk zum Post-Cyberpunk entscheidend geprägt, sein erster Roman Altered Carbon (Das Unsterblichkeitsprogramm)[Netflix|Wikipedia] wurde 2003 mit dem Philip K. Dick Award ausgezeichnet. “Wenn du frei von Erwartungen an Syndicate herantrittst, den gleichen Thrill und die gleiche Immersion suchst wie vor eineinhalb Jahrzehnten, aber offen dafür bist, wie dir diese geliefert werden – dann kann ich dich in diese Welt hineinziehen und du wirst es lieben!”, sagt Morgan. Zur Geschichte und dem bisher eher dünnen Story-Kanon der Syndicate-Marke merkt er an, dass die Themen wie unbegrenzte Konzern-Macht, die Abwesenheit von Rechtstaatlichkeit sowie die Einschränkung persönlicher Freiheit, im SF schon seit den Fünfzigern immer wieder auftauchen. Daraus entstand ein Großteil der Cyberpunk-Bewegung in den Achtzigern. Und es ist ein Stoff, mit dem er sich in seinem eigenen 2005er Roman “Profit” (Market Forces) befasst habe. Daher war es kein Problem, dieses Thema aufzugreifen und in ein neues Spiel zu übertragen.

Als Agent des EuroCorp-Syndikats liegt dir die Welt zu Füßen

Nichtsdestotrotz hatten die Entwickler die “IP-Bibel” des Originals während der Entwicklung stets bei der Hand und sind bewusst mit dem Bestreben rangegangen, Elemente dieses Materials zu integrieren, die die Fans des ersten Spiels erkennen würden. Es wird sowohl in der Technologie einige Anspielungen an das Original geben als auch was das allgemeine hartherzige Gefühl angeht, das das erste Syndicate verbreitete. Richard Morgan sagt: “In Syndicate ist die Macht der Konzerne absolut sichtbar und vollkommen ohne Hemmungen. Unterstrichen wird dies durch die alles durchdringende Augmentierte Realität. Als Agent des EuroCorp-Syndikats liegt dir die Welt zu Füßen. Dein Job ist es im Grunde, die Marktdominanz deines Arbeitgebers durchzusetzen – und zwar mit allen Mitteln. Im Verlauf des Spiels bricht man in die Hauptquartiere rivalisierender Syndikate ein, ermordet ihre Agenten, stiehlt ihre Technologie und sorgt für allgemeines Chaos. Bei diesem Unterfangen wurdest du mit einem unsichtbaren besten Freund ausgestattet – einem KI-Chip namens DART, der in deinem Kopf installiert wurde, um dir bei der Navigation zu helfen und dabei, die Augmentierte Realität auszunutzen, die dich umgibt.

Alle Bürger mit gutem Stand bei den Konzernen haben diese Chips, aber als Agent verfügt man über Zugang zu einer Kontrolle, die jenseits der Vorstellungskraft jedes normalen Verbrauchers liegt. DART für Agenten ist cool, stets gefasst und hilfsbereit und absolut psychopatisch. Sie ist fantastische Gesellschaft! Was die Handlung angeht, will ich nicht zu viel verraten. Belassen wir es dabei, dass dein Leben als Agent brutal simpel und bequem beginnt, aber sehr schnell kompliziert und schmutzig wird, als sich plötzlich Fragen über Loyalität und Verrat stellen. Dein Job zwingt dich zunehmend in einen Konflikt mit deinen eigenen aufkeimenden Gefühlen. Wie in anderen großartigen Science-Fiction-Dystopien startest du als zufriedener Vollstrecker des Status Quo, verfügst aber nicht über den Luxus, dass das so bleibt. Ob du es willst oder nicht, Veränderungen kommen auf dich zu. Und es ist eine Welle, die du reiten musst, wenn du überleben willst …”

Dies ist zugleich Kommentar, Kritik und intensiver Thrill

Nach der permanent zur Schau gestellten eklatanten Missachtung menschlichen Lebens befragt antwortet Morgan: “In der Welt von Syndicate haben moralische Maßstäbe abseits von Firmenloyalität und Marktanteil keinen Platz.” Damit geht das neue Spiel mit seinen Vorläufern stilistisch konform. “Menschen werden strikt nur anhand ihres Kredit-Ratings oder dem Arbeitsbeitrag gemessen, den sie zum Netto-Profit leisten. Die Agententerminologie für Menschen, die in letztere Kategorie fallen, ist “Soft Asset” [“weicher” – also entbehrlicher – “Posten”], was, denke ich, selbsterklärend sein sollte. Dies ist zugleich Kommentar, Kritik und intensiver Thrill – im Grunde war es meine Intention, all die Good-Guy-Bad-Guy-Klischees aktueller FPS-Fiktion zu umgehen und die Implikationen dieser Gewalt unmissverständlich klar zu machen. Spieler des alten Syndicate können sich versichert sein, dass der Schritt zum FPS auf keinen Fall eine Verweichlichung des ursprünglichen Konzepts darstellt.”

Was seinen persönlichen Standpunkt bezüglich Gewalt in Videospielen angeht, erklärt Richard Morgan: “Mein Background ist Prosa-Fiction, wo mehr oder weniger alle Mittel erlaubt sind. Bei Spielen bin ich daher oft irritiert über die “40-Year-Old-Virgin-Dynamik”, die so weite Teile der Industrie zu beherrschen scheint. Ich habe kein Verständnis für eine Geisteshaltung, die jedesmal ausflippt, wenn man Zivilisten in einem Military-FPS tötet, dessen Hauptverkaufsargument ist, wie düster-realistisch doch die Fiktion dahinter ist. Wir sind uns doch bewusst, oder nicht, dass die große Mehrheit der Kriegsopfer dieser Tage Zivilisten sind? Gleichermaßen verstehe ich die Empörung nicht, die jedesmal aufflammt, wenn herauskommt, dass ein Spiel es erlaubt, als Mitglied der Taliban zu spielen. Man könnte einen Roman aus der Perspektive eines Talibankämpfers oder Terroristen schreiben und niemand würde auch nur darüber blinzeln. Das einzige Problem wäre, diese Sicht mit gebührendem Realismus und Intelligenz anzugehen und ob die daraus resultierende Fiktion ein fesselndes Leseerlebnis ist. Und so eine reife Haltung sähe ich gerne im Game Design.”

Verstehen, dass Gewalt immer widerwärtig ist, egal, wer sie ausübt

“Die meisten Games, die ich spiele, haben ein dickes, rotes “Ab 18″-Siegel vorne drauf. Das sollte doch etwas heißen, oder?” fragt er und fährt fort: “Spiele-Industrie-Experten schreien immer, dass es nicht nur um Kinder gehe, die Industrie müsse als erwachsenes Medium ernst genommen werden. Und ich stimme dem von ganzem Herzen zu – ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen und ernsthaft erwachsene Befindlichkeiten in unsere Arbeit einbringen. Das bedeutet auch, zu verstehen, dass Gewalt immer widerwärtig ist, egal, wer sie ausübt und die Spiele das auf eine Art und Weise widerspiegeln zu lassen. Es bedeutet, bereit zu sein, dieses Verständnis vom Krieg als unkompliziertes Heldentum – und von Gewalt als nettem, sauberen Spaß – hinter sich zu lassen. Es bedeutet, die Gesamtheit der menschlichen Erlebnisse und Erfahrungen als Schablone zu nehmen. Es bedeutet, kurz gesagt, gute Fiktion für das Medium zu kreieren.”

Chris

Chris

Play Syndicate News ist die erste deutschsprachige Fansite, Newscenter und Community zur Videospielreihe Syndicate von Bullfrog Productions, Starbreeze Studios und Electronic Arts (EA). Themen sind für uns neben Syndicate auch Games und Spielkultur im allgemeinen sowie Dystopische Erzählungen, Dark Sci-Fi und Cyberpunk in Literatur, Film und Videospiel. Wir liefern Kurzmitteilungen, Updates, schnelle Information, Berichte, Kommentare, Vernetzung, Austausch, Hintergründe und vieles mehr.

Tretet in Kontakt

Findet uns auch auf Social Media